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Werkschule hilft Aidsprojekt in Malawi

1.576 Euro beim Spendenlauf erlaufen

Der Förderverein Aids-Hilfe-Malawi e.V. ist ein gemeinnütziger Verein aus Leipzig, der 2007 von dem Leipziger Ärzteehepaar Dr. Torsten und Dr. Christina Klein gegründet wurde. Nach einem einjährigen Afrikaaufenthalt haben sie die Erlebnisse und die vielen Kontakte zu Betroffenen der AIDS-Epidemie, insbesondere in Malawi, dazu bewegt, zu handeln. Es konnten seitdem 45 ehrenamtliche Mitglieder in Deutschland gewonnen werden. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Unterstützung durch andere gemeinnützige Organisationen, wie der Lions-Club Haldensleben oder der Rotary-Club Leipzig. Die Öffentlichkeit wird über Berichte in Tageszeitungen, Ärztezeitschriften und das Internet über das Anliegen des Vereines und speziell die Problematik der HIV-Epidemie in Afrika informiert. Die Unterstützung gilt derzeit einer Region in Malawi / Zentralafrika in der Nähe von Salima. Dort bilden 7 Dörfer die Region Chenyama. Eine Selbsthilfegruppe aus Betroffenen der HIV-Epidemie hatte sich 2004 organisiert, um mit bescheidenen Mitteln aus Einkünften einer kleinen Tierzucht, den Kampf gegen die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit durch Aufklärungskampagnen und Gesprächsrunden, aufzunehmen.


Bisherige Projekte

Als erstes Projekt konnte eine kleine Gesundheitsstation in Chenyama in der Nähe des Malawisees errichtet werden. Zunächst entstand ein Brunnen, danach ein massiver Ziegelbau mit 3 Behandlungsräumen und Platz für Schulungen. Die Bauarbeiten wurden zum großen Teil von lokalen Arbeitern durchgeführt, die einen entsprechenden Lohn erhielten. Einige Arbeiten wie Ziegel formen und brennen und Flusssand transportieren wurden kostenlos von Freiwilligen des Dorfes übernommen. Die Innenausstattung mit Schränken, Tischen, Bänken und Stühlen wurde in Malawi gekauft. Zuletzt erfolgte der Anschluss der Station an das öffentliche Trinkwassernetz und der Bau von Sanitäreinrichtungen.

Im zweiten Projekt wurde eine HIV-Testerin und Beraterin mit Hilfe von Spendengeldern in der Hauptstadt Lilongwe ausgebildet. Sie erhielt ein anerkanntes Zertifikat für VCT (voluntary councelling and testing). Es konnten bisher über 3.000 Menschen auf eine HIV-Infektion getestet werden. Ca. 7\\\% aller getesteten Personen wurden positiv getestet und an das zuständige Distriktkrankenhaus überwiesen. Um die staatlichen Qualitätskriterien für die HIV-Testung und Beratung zu erfüllen, folgte im Jahr 2009 die Ausbildung eines 2. Testers, der ebenfalls über den Verein finanziert wird und rasch seine Arbeit aufnehmen konnte. Neben der monatlichen Dokumentation der Testergebnisse sind die Tester auch wesentlich an der Organisation von Aufklärungskampagnen und der Mobilisierung der Landbevölkerung zum HIV-Test verantwortlich. Beide Tester werden über Spendengelder des Fördervereines bezahlt. Die Sachmittel werden zum Teil vom zuständigen Distriktkrankenhaus zur Verfügung gestellt, zum Teil durch den Verein finanziert.

Das dritte Projekt hatte die Verbesserung der Pflege von Schwerkranken, meist HIV-infizierten Menschen, zum Ziel. Ambulante Pflege und Palliativmedizin stehen in Malawi noch am Anfang der Entwicklung. Es wurden 5 sogenannte „Home Based Care Worker“ ausgebildet, die zu Pflegebedürftigen in die Hütten fahren und eine Grundpflege durchführen. In einem Kurs, der vom örtlichen Distriktkrankenhaus angeboten wird und vom Verein bezahlt wurde, lernten die 5 Pfleger einfache Verbände anzulegen, einfache Grundpflege durchzuführen und Schmerzmittel gezielt einzusetzen. Inzwischen wurden zur besseren Mobilität Fahrräder angeschafft, so dass die Pfleger mehr Zeit für die Patienten haben. Eine Fahrradambulanz (Fahrrad mit stabilem Anhänger und Matte) bringt Schwerkranke, die kein Geld für einen Transport haben, ins Distriktkrankenhaus. Die Pfleger erhalten einen Lohn, der aus Spenden finanziert wird.

Das vierte Projekt konnte 2011/12 mit Unterstützung der Stiftung Nord-Süd-Brücken realisiert werden. 25 HIV positive Frauen erhielten durch Ausbildung in einem handwerklichen Beruf (Nähen und Korbflechten) und Ausbildung in Bussiness eine neue Arbeit. In einer Näh- und Flechtwerkstatt können sie gegen geringes Entgelt die Maschinen und Werkzeuge nutzen und erhielten mittels Mikrokredit ein Startkapital. Im ersten halben Jahr konnten alle Frauen ihre Mikrokreditraten zurückzahlen und mit dem neuen Einkommen ihr Leben bestreiten.

Aktuell arbeiten wir an einem Projekt für die Bereitstellung von Solarstrom für die HIV-Teststation sowie für die Näh- und Flechtwerkstatt, die mit Hilfe von Geldern der Stiftung Nord-Süd-Brücken errichtet wurde.

Nach Aufbau der Gesundheitsstation konnten bisher über 3.000 Menschen auf HIV getestet werden. Neben der Testung auf HIV dient das Projektgebäude auch der Beratung von Betroffenen, es werden Informations- und Aufklärungskampagnen durchgeführt. Die Selbsthilfegruppe trifft sich regelmäßig. Durch das Distriktkrankenhaus wird mehrfach im Monat eine sogenannte „under five clinic“ im Gebäude durchgeführt. Dies ist eine Säuglingssprechstunde, in der Kinder unter 5 Jahren gewogen, untersucht und geimpft werden.

Bereits seit Beginn des Projektes wird dringend Strom im Gebäude benötigt. Dies war auch geplant und scheiterte an der staatlichen Stromgesellschaft, die nur zu sehr überhöhten Anschlußgebühren das Gebäude vernetzen wollen. Auch spielt Korruption in diesem Bereich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auf Nachfragen unserer Partner vor Ort wurden diese immer wieder vertröstet.

Der Strom wird zum einen zur Kühlung für die Lagerung der Teststreifen für die HIV-Testung benötigt, das Distriktkrankenhaus würde die Impfung der Säuglinge und auch der Erwachsenen (Grippe, Masern) gern in der Teststation verstärkt durchführen. Dies scheiterte bisher an den nicht vorhandenen Kühlmöglichkeiten für die Impfstoffe. Durch großen Aufwand der Mitarbeiter vor Ort wurden alle benötigten Materialien in Kühlboxen aus einem elektrischen Kühlschrank in einem Nachbardorf per Fahrrad täglich zur Teststation gefahren. Das betraf vor allem auch die Medikamente und Desinfektionsmittel, die für das Pflegeprogramm benötigt werden. Ein weiterer wichtiger Einsatz ist die Bereitstellung von Licht für die Teststation und das Workshopgebäude. Hier könnten die Frauen ihre Näharbeiten und Flechtarbeiten auch abends durchführen, da es regelmäßig in der Region gegen 18 Uhr dunkel ist.

Weitere kleine Projekte sind aktuell in der Vorbereitung. Das sind eine kleine Nursery für ca. 40-60 AIDS-Waisenkinder, Bereitstellung einer warmer Mahlzeit für diese Kinder, Einrichtung eines Spielplatzes und eines Vorschulzimmers und Einstellung von 2 Frauen zur Kinderbetreuung.

Im Juli 2013 konnten die beiden Projekte beginnen. Durch eine Spende der Freien Werkschule Meißen wurde die Startausrüstung für das Ernährungsprojekt gekauft: große Töpfe, Schüsseln, Becher, Besteck, Feuerholz und die ersten Säcke Maismehl. Eine Kochstelle wurde eingerichtet. Es waren zunächst 50 Kinder eingeplant, die täglich eine warme Mahlzeit erhalten sollten, nach wenigen Tagen aber waren es bereits 60 Kinder. Oftmals ist es für diese Kinder die einzige Mahlzeit am Tag. Das Projekt ist langfristig angelegt und soll über viele Jahre weiterlaufen. Personal wurde zu diesem Zweck eingestellt und wird ab sofort vom Verein bezahlt.

Durch eine weitere Spende einer Schule aus Leipzig (J.- Kepler- Gymnasium) konnten wir für diese 60 Kinder eine kleine Nursery (Vorschulraum) und einen kleinen Spielplatz einrichten.


Wer weiter Gutes tun möchte….



Förderverein Aids-Hilfe Malawi e.V.
Malawi Aids Support Organization (MASO)
Dr. med. Torsten Klein
Dr. med. Christina Klein
Bachenpfad 13
04249 Leipzig
DEUTSCHLAND / GERMANY
Tel. +49 341 2239974
aids-hilfe-malawi@gmx.de
www.aids-hilfe-malawi.gmxhome.de